Sozialverträglicher Wohnraum ist knapp in Frankfurt. Immer mehr Menschen suchen ein sicheres, preiswertes und gleichzeitig modernes Zuhause ohne Angst vor Mietwucher und Kündigungen. Dies betrifft nicht nur einkommensschwache Schichten, sondern vor allem Familien und die wachsende Zahl älterer Bürgerinnen und Bürger aus dem Mittelstand. Das traditionsreiche, aber kaum bekannte Modell der Wohnungsbaugenossenschaften bietet bereits seit rund 100 Jahren Zehntausenden von Menschen in Frankfurt dauerhaft bezahlbare Mieten im Stadtgebiet. Die sieben größten Genossenschaften haben sich zur Kooperation Frankfurt zusammengeschlossen.

Ziel der Kooperation ist die Stärkung ihrer Kooperationspartner durch eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit. Zur Zielerreichung kann sich die Kooperation der Hilfe Dritter bedienen.

Die Kooperationspartner behalten uneingeschränkt ihre rechtliche Selbständigkeit als eigenständige Wohnungsgenossenschaften. Die Kooperation verfolgt keine eigenen wirtschaftlichen Ziele.

Mehr Mitspracherecht bei Vergabe von Bauplätzen

Die Frankfurter Wohnungs­bau­genossen­schaften bieten - ohne jegliche staatliche Unter­stützung und Belastung der Steuerzahler - sozial­verträglichen Wohnraum für Zehntausende Frankfurter. Mit einer Durchschnittsmiete von nur rund 6,30 € pro Quadratmeter (Stand 31.12.2015) liegen die Genossen­schaften weit unter dem Frankfurter Preisniveau. Die Liegen­schaften sind jedoch nahezu voll ausgelastet. Ziel der Kooperation ist es nun, moderat und der genossen­schaftlichen Philosophie gemäß, weiteren sicheren und preiswerten Wohnraum zu schaffen. Hierfür fordert die Gemeinschaft der Genossen­schaften mehr Mitsprache­recht bei der Vergabe von Bauplätzen. Mit Hilfe der Kooperation verschafft man sich mehr Gehör und Stimme bei Stadt und Kommune um als gleichwertiger Partner – wie Großinvestoren und Konzerne – behandelt zu werden. Als Ansprech- und Verhandlungs­partner für die Stadt sowie Dritte fungiert künftig der Sprecher der Kooperation.

Überschaubare Projekte für alle Schichten

Die Erweiterung des sozialverträglichen Wohnraums wird auch im Rahmen der Kooperation solide geschehen; Bestandserhalt und -sicherung haben weiterhin oberste Priorität. Denn Genossenschaften sind nicht gewinnorientiert und haben keine Renditeerwartung. Überschüsse verbleiben in den Genossenschaften zum Erhalt und der Modernisierung der Objekte, was deren Qualität über die Jahrzehnte steigert. Spekulationsgeschäfte sind damit ausgeschlossen.

Ideal sind nach Vorstellung der Genossenschaften Projekte mit 30 bis 50 Wohnungen, die moderne seniorengerechte Konzepte ebenso beinhalten wie Angebote für den gehobenen Bedarf. Vorstellbar ist auch die gemeinsame Bebauung eines ganzen Genossenschafts- Feldes, aufgeteilt nach der Größe der einzelnen Kooperationsmitglieder. So kann man auch Großinvestoren Paroli bieten.

Solidargemeinschaft weiter pflegen

Wert legen die Genossenschaften auch bei künftigen Projekten auf das menschliche Miteinander der Mieter. Die bunte Mischung von Einkommens- und Altersschichten wird auch weiterhin gepflegt, ebenso das demokratische Kopfprinzip. Dies bedeutet, dass jeder Mieter das gleiche Mitspracherecht unabhängig von seiner Einlage hat. Diese Solidargemeinschaft soll auch in Zukunft erhalten und gepflegt werden. Genossenschaften sind und bleiben ein wichtiges Spiegelbild unserer Gesellschaft.

Bezahlbaren Boden sichern

Voraussetzung für mehr genossenschaftlichen Wohnraum sind bezahlbarer Grund und Boden, den es im Stadtgebiet Frankfurt durchaus gibt. Mit den Wohnungsbaugenossenschaften hat die Stadt Frankfurt auf jeden Fall einen krisensicheren und erfahrenen sowie nicht übernahmefähigen Partner an ihrer Seite. Ebenso kann sich die Versorgungssituation mit bezahlbarem Wohnraum entschärfen. Wer keine Sozialwohnung erhält oder über den geforderten Einkommensgrenzen liegt, kann von der Genossenschaft versorgt werden.